Ratgeber · Kosten & Planung
Zwischen 2.000 und 25.000 Euro – die Spanne ist groß. Was Barrierefreiheit wirklich kostet, hängt davon ab, ob Sie neu bauen oder nachrüsten, wie viele Inhalte Ihre Website hat und welchen Konformitätsgrad Sie anstreben.
Eine neue barrierefreie Unternehmenswebsite kostet bei einer Webagentur zwischen 4.000 und 15.000 Euro. Der Mehraufwand für Barrierefreiheit gegenüber einer „normalen“ Website liegt bei 15–30 % – wenn von Anfang an darauf geachtet wird. Nachrüsten ist fast immer teurer als von Beginn an barrierefrei zu entwickeln.[1]
Die Kosten einer barrierefreien Website werden von vier Hauptfaktoren bestimmt:
Barrierefreiheit von Anfang an mitzudenken ist die kosteneffizienteste Option. Wer eine bestehende Website nachträglich auf WCAG 2.1 AA bringen will, muss häufig Templates ändern, Inhalte überarbeiten und Plugins austauschen – ein deutlich höherer Aufwand.
Wie viele Seiten hat die Website? Gibt es einen Onlineshop, ein Kundenkonto, Formulare oder Konfiguratoren? Jede interaktive Komponente erfordert zusätzliche Prüfung und ggf. Anpassung.
Texte, Bilder und PDFs müssen barrierefrei aufbereitet werden: Alt-Texte für Bilder, Tagged PDFs, kontrastreiche Grafiken. Gerade bei großen Inhaltsmengen ist dieser Aufwand erheblich und wird oft unterschätzt.
WCAG 2.1 AA ist der gesetzliche Mindeststandard für das BFSG. AAA-Anforderungen (die höchste Stufe) sind optional und deutlich aufwändiger.
Diese Richtwerte gelten für eine Beauftragung bei einer deutschen Webagentur (inkl. Design, Entwicklung und Barrierefreiheits-Review):
Bei einer Nachrüstung fallen zusätzlich zu den Behebungskosten Kosten für einen initialen Audit an:
Ein professioneller WCAG-Audit durch zertifizierte Prüfer kostet je nach Tiefe zwischen 1.500 und 8.000 Euro. Wichtig: Ein rein automatischer Scan (z. B. mit axe oder WAVE) ist kein vollwertiger Audit – er findet nur 30–40 % der Barrieren.[2]
Ein vollständiger Audit umfasst automatische Scans, manuelle Tests, Tastaturbedienbarkeit und Screenreader-Tests und schließt mit einem detaillierten Prüfbericht ab.
Barrierefreiheit ist kein einmaliges Projekt, sondern ein kontinuierlicher Prozess – besonders wenn Inhalte regelmäßig aktualisiert werden.
Diese Posten werden bei der Planung oft vergessen:
Von Anfang an barrierefrei planen
Wer jetzt eine neue Website plant, sollte Barrierefreiheit von Beginn an einkalkulieren – das spart langfristig Geld und erfüllt gleichzeitig die BFSG-Anforderungen. Wir bei Velury entwickeln Websites und Shops, die WCAG 2.1 AA von Grund auf erfüllen. Mehr erfahren
Barrierefreiheit als Nachrüstung kostet fast immer mehr als bei einem Neubau. Wer jetzt einen Relaunch plant, sollte WCAG 2.1 AA von Anfang an einplanen – der Mehraufwand von 15–30 % ist überschaubar und amortisiert sich durch rechtliche Sicherheit, bessere Usability und höhere Suchmaschinenpräsenz.
Für bestehende Websites empfiehlt sich ein Schnellaudit als erstem Schritt: Er zeigt, wo die größten Lücken liegen und welche Investition realistisch notwendig ist.
Einzelne Bundesländer und Kommunen bieten Zuschüsse für digitale Barrierefreiheit an, jedoch kein bundesweites Programm speziell dafür. Im Rahmen von Digitalisierungsförderungen (z. B. über die KfW oder Landesförderbanken) kann Barrierefreiheit ein Förderbaustein sein. Es lohnt sich, gezielt bei Ihrer IHK oder WFG anzufragen.
WordPress-Plugins versprechen häufig „vollständige Barrierefreiheit mit einem Klick“ für 10–100 Euro im Jahr. Das ist irreführend: Diese Plugins verbessern einzelne Aspekte (z. B. Fokus-Sichtbarkeit), können aber keine echte WCAG-Konformität herstellen und halten vor Gericht einer Prüfung nicht stand.
Ein Quick-Audit für eine typische Unternehmenswebsite dauert 1–3 Werktage. Ein ausführlicher WCAG-Audit mit detailliertem Prüfbericht und Handlungsempfehlungen dauert je nach Umfang 5–15 Werktage.
Ja – als ersten Überblick. Kostenlose Tools wie axe DevTools (Browser-Extension), WAVE oder Lighthouse zeigen offensichtliche Fehler. Für eine WCAG-Konformitätserklärung reicht das aber nicht aus; die manuelle Prüfung durch Experten ist unabdingbar.
Ja. Barrierefreie Websites sind für alle Nutzer besser bedienbar (auch ältere Menschen oder Menschen mit temporären Einschränkungen), werden von Suchmaschinen besser indexiert und vermitteln ein professionelles Markenbild. Sie schaffen Zugang für rund 10 Millionen Menschen mit Behinderungen in Deutschland.
Alle Quellen abgerufen am 19.10.2026.
Iven ist Mitgründer von Velury und entwickelt barrierefreie Weblösungen für Unternehmen im Raum Mannheim und deutschlandweit. Mehr über uns
Schnellcheck in 4 Schritten: Sind Sie betroffen? Welche Fristen gelten und was ist zu tun?
ca. 8 Minuten TestingKostenlose Tools, manuelle Prüfmethoden und Screenreader-Tests für WCAG 2.1 AA.
ca. 10 Minuten BFSGAb wann gelten PDF-Pflichten, welche Dokumente betroffen sind und wie Sie Tagged PDFs erstellen.
ca. 8 MinutenSchicken Sie uns ein Beispieldokument. Wir sagen Ihnen, wo es steht, was zu tun ist und ob Sie überhaupt betroffen sind. Ehrlich und unverbindlich.