Ratgeber · Kosten & Planung
Was kostet ein Onlineshop? Ehrliche Preise für Unternehmen
Ein einfacher WooCommerce-Shop ab 3.000 Euro, ein maßgeschneiderter Shop mit ERP-Anbindung über 50.000 Euro – die Preisspanne ist enorm. Dieser Ratgeber erklärt die wichtigsten Kostenfaktoren und zeigt, womit Sie für Ihr Projekt realistisch rechnen müssen.
- Aktualisiert
- Lesezeit
- ca. 9 Minuten
- Autor
- Iven Krüger
- Thema
- Webdesign & E-Commerce
Ein einfacher Onlineshop mit WordPress / WooCommerce oder Shopify kostet in der Erstellung 3.000–10.000 Euro bei einer Agentur. Ein individuell entwickelter Shop mit komplexen Anbindungen liegt bei 20.000–80.000 Euro. Laufende Kosten (Hosting, Lizenzen, Wartung) betragen 100–600 Euro pro Monat. Ab 28. Juni 2025 müssen Onlineshops nach dem BFSG barrierefrei sein.[1]
Die wichtigsten Kostenfaktoren
Was ein Onlineshop kostet, hängt von einer Reihe von Faktoren ab. Die bedeutsamsten:
Anzahl und Komplexität der Produkte
Ein Shop mit 20 einfachen Produkten lässt sich in einem Bruchteil der Zeit aufbauen, die ein Shop mit 5.000 Produkten, Variantenlogik und Konfigurator benötigt. Datenmigration aus einem ERP oder PIM-System ist ein eigener Kostenblock.
Zahlungsarten und Logistik-Integration
Kreditkarte, PayPal und SEPA sind Standard. Komplexere Anforderungen wie Rechnungskauf über Klarna, Ratenzahlung oder B2B-Kontokauf erfordern zusätzliche Integration und Testing. Ähnliches gilt für Versanddienstleister-Anbindungen (DHL, DPD, UPS) und Retourenmanagement.
Design: Template oder individuell
Ein Premium-Theme für WooCommerce oder Shopify kostet 50–300 Euro. Eine individuelle Gestaltung durch eine Agentur kostet das 10–50-Fache, liefert dafür aber ein einzigartiges Markenerlebnis und eine auf Ihre Zielgruppe optimierte UX.
Rechtliche Anforderungen
Cookie-Banner, DSGVO-konforme Datenschutzerklärung, Impressum, AGB, Widerrufsbelehrungen und ab 2025 zusätzlich die BFSG-Barrierefreiheitsanforderungen – rechtliche Compliance ist kein optionaler Add-on, sondern Teil jedes seriösen Shop-Projekts.
Kostenrahmen nach Shop-Typ
Diese Richtwerte gelten für eine Beauftragung bei einer deutschen Webagentur (inkl. Setup, Design-Anpassung und Grundkonfiguration):
- Starter-Shop: Template + WooCommerce / Shopify (bis 50 Produkte)
- 3.000 – 8.000 €
- Standard-Shop: Individuelles Design + Grundanbindungen (bis 500 Produkte)
- 8.000 – 20.000 €
- Professional-Shop: Komplexe Logik, Konfigurator, B2B-Features
- 20.000 – 50.000 €
- Enterprise-Shop: Individuelle Entwicklung + ERP/PIM-Integration
- 50.000 – 150.000+ €
Diese Preise enthalten kein laufendes Hosting und keine jährlichen Lizenzkosten. Die Entwicklungszeit beträgt je nach Größe 4–20 Wochen.
Laufende Kosten nach dem Launch
Die Erstellungskosten sind nur der Anfang. Einkalkulieren sollten Sie dauerhaft:
- Managed Hosting (z. B. Raidboxes, Kinsta, Siteground)
- 30 – 150 € / Monat
- SSL-Zertifikat (bei gutem Hosting inklusive)
- 0 – 100 € / Jahr
- Shopify-Abo (Basic bis Advanced)
- 29 – 299 USD / Monat
- Premium-Plugins / -Extensions (WooCommerce)
- 100 – 500 € / Jahr
- Wartung und Sicherheitsupdates (Agentur)
- 50 – 200 € / Monat
- Zahlungsanbieter (Stripe, PayPal): Transaktionsgebühren
- 1,4 – 2,9 % + Fixbetrag
Barrierefreiheit im Shop – BFSG-Pflicht ab 2025
Onlineshops gehören zum Kernbereich des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes (BFSG). Ab dem 28. Juni 2025 müssen alle Onlineshops, die an Verbraucher verkaufen und keine Kleinstunternehmen sind, WCAG 2.1 AA erfüllen.[2]
Barrierefreiheit von Anfang an einplanen
Wer jetzt einen neuen Shop aufbaut, sollte Barrierefreiheit als integralen Bestandteil sehen, nicht als Zusatzpaket. Der Mehraufwand beträgt typischerweise 15–25 % – deutlich weniger als eine spätere Nachrüstung. Velury entwickelt Onlineshops, die WCAG 2.1 AA von Grund auf erfüllen. Mehr erfahren
Die Barrierefreiheitsanforderungen betreffen besonders:
- Produktseiten: Alt-Texte für alle Produktbilder, ausreichende Farbkontraste
- Warenkorb und Checkout: vollständige Tastaturbedienbarkeit, verständliche Fehlermeldungen
- Zahlungsseite: keine rein visuellen CAPTCHAs, barrierefreie Zahlungsformulare
- Kundenkonto: Login, Bestellhistorie und Profileinstellungen zugänglich
- Rechtliche Dokumente (AGB, Widerruf): als barrierefreies HTML oder Tagged PDF
Selbst bauen oder Agentur beauftragen?
Mit Baukastensystemen wie Shopify, WooCommerce oder Jimdo lässt sich ein einfacher Shop auch ohne Programmierkenntnisse erstellen. Die monatlichen Kosten sind niedrig, dafür stehen Sie bei individuellen Anforderungen schnell an Grenzen.
Eine Agentur lohnt sich, wenn:
- Sie ein individuelles Design benötigen, das Ihre Marke widerspiegelt
- Sie ERP-, PIM- oder Versanddienstleister-Anbindungen planen
- Ihr Shop rechtssicher und BFSG-konform sein muss
- Sie langfristig Support und Weiterentwicklung benötigen
- Geschwindigkeit und Conversion-Rate Priorität haben
Fazit
Für einen professionellen Onlineshop, der rechtssicher, schnell und barrierefrei ist, sollten Sie bei einer Agentur mit 8.000–20.000 Euro Startbudget rechnen. Dazu kommen laufende Kosten von 100–400 Euro monatlich für Hosting, Wartung und Lizenzen.
Wer ein knappes Budget hat, kann mit einem Shopify-Standardtemplate und eigenem Content-Aufwand deutlich günstiger starten – muss dann aber bei Individualität und teils auch bei der Barrierefreiheit Abstriche machen.
Häufige Fragen
Shopify oder WooCommerce – was ist günstiger?
Im Einstieg ist Shopify teurer (monatliche Abokosten), dafür sind Hosting, Updates und Sicherheit inklusive. WooCommerce ist kostenlos als Plugin, verursacht aber Hostingkosten und mehr Wartungsaufwand. Bei großen Shops und hohem Auftragsvolumen sind die Transaktionsgebühren von Shopify ein wichtiger Faktor: ab dem Advanced-Plan sinken sie auf 0,5 % und entfallen ganz nur mit Shopify Payments.
Wie lange dauert es, bis ein Onlineshop fertig ist?
Ein einfacher Shop mit Template ist in 4–8 Wochen launchbar. Ein individuell gestalteter Standard-Shop benötigt 8–16 Wochen. Komplexe Projekte mit ERP-Anbindung dauern 4–9 Monate. Die größten Zeitfresser sind meist die Bereitstellung von Produktdaten und Texten durch den Kunden.
Brauche ich für meinen Onlineshop einen Steuerberater?
Für grundlegende steuerliche Fragen (Umsatzsteuer, OSS-Verfahren für EU-Verkäufe, Kleinunternehmerregelung) ist ein Steuerberater sehr empfehlenswert. Die einmalige Investition spart langfristig häufig mehr, als sie kostet.
Muss ich für meinen Onlineshop Barrierefreiheit einhalten?
Ja, wenn Sie mehr als 10 Mitarbeiter oder 2 Mio. Euro Jahresumsatz haben und an Verbraucher (B2C) verkaufen. Das BFSG gilt seit dem 28. Juni 2025. Mehr dazu in unserem Ratgeber Ist meine Website vom BFSG betroffen?
Was kostet die Produktpflege nach dem Launch?
Die laufende Produktpflege (neue Artikel anlegen, Preise ändern, Bilder hochladen) kann intern erledigt werden und verursacht keine zusätzlichen Agenturkosten. Planen Sie jedoch Schulungszeit ein: eine halbtägige Einführung in das CMS (z. B. WordPress/WooCommerce) kostet 300–600 Euro.
Quellen
Alle Quellen abgerufen am 19.10.2026.
- Shopify Plus: E-Commerce Cost Report 2024. Shopify, 2024. shopify.com
- Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG). BMAS, 2021. bmas.de
- WooCommerce vs Shopify Comparison 2024. WPBeginner, 2024. wpbeginner.com
Iven ist Mitgründer von Velury und entwickelt individuelle Onlineshops für Unternehmen im Raum Mannheim und deutschlandweit. Mehr über uns
Weitere Ratgeber
Was kostet eine barrierefreie Website?
Ehrliche Preise für Neubau, Nachrüstung und WCAG-Audit – mit konkreten Kostenrahmen für KMU.
ca. 9 Minuten BFSGIst meine Website vom BFSG betroffen?
Schnellcheck in 4 Schritten: Sind Sie betroffen und was ist bis wann zu tun?
ca. 8 Minuten BFSGBFSG: Wann Ihre PDFs barrierefrei sein müssen
Ab wann gelten PDF-Pflichten, welche Dokumente betroffen sind und wie Sie Tagged PDFs erstellen.
ca. 8 MinutenWie barrierefrei sind Ihre PDFs?
Schicken Sie uns ein Beispieldokument. Wir sagen Ihnen, wo es steht, was zu tun ist und ob Sie überhaupt betroffen sind. Ehrlich und unverbindlich.